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SPD fordert Beteiligung bei der Sanierung des Stadttheaters
Foto: Stadt Lippstadt

Lippstadt (spd). Die SPD-Fraktion fordert, dass bei der Festlegung der Baumaßnahmen am Theater auch die Kulturschaffenden und andere Nutzer des Gebäudes eingebunden werden. Damit soll den inhaltlich-künstlerischen Anforderungen für eine langfristig tragfähige Sanierung des Gebäudes Rechnung getragen werden. Dazu hat sie einen Antrag an Bürgermeister Christof Sommer gestellt, der in der nächsten Ratssitzung am 28. September beraten wird.

„Nachdem das EU-weite Vergabeverfahren zur Findung eines Planungsbüro für die Sanierung des Stadttheaters abgeschlossen ist, ist über das weitere Vorgehen zu entscheiden“, erklärt Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Kayser. „Zentrale Fragen an einen zukunftsfesten Theaterbau sind: Welche Aufgaben und Funktionen soll und kann das Gebäude zukünftig haben? Welches sind die Ziele? Welches sind die Zielgruppen? Wir können wir die Risiken angesichts der immer komplexeren und kaum mehr vorhersagbaren Rahmenbedingungen – aktuelles Stichwort: Flüchtlinge – minimieren? Es gilt, mit Blick auf mögliche Zukünfte angemessene, das heißt auch finanzierbare Antworten zu finden“ heißt es in dem Positionspapier, das die SPD-Fraktion jetzt vorgelegt hat.

Diese Fragen sollen aus Sicht der SPD nicht allein von der Bau- und der Kulturverwaltung sowie dem KWL-Team entschieden werden, sondern unter Beteiligung aller Akteure, die schon jetzt und wahrscheinlich zukünftig das Theater nutzen werden. Dazu gehörten auch Vereine, Schulen und andere Gruppen, die ein hohes Interesse an dem Theater als zentralem Veranstaltungs- und kulturellem Teilhabeort haben. Und vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von interkommunaler Kooperation auch im Kulturbereich seien auch die entsprechenden Häuser der umliegenden Städte wie Gütersloh und Paderborn in den Blick zu nehmen.

Nach Ansicht der SPD ist mit dem Kulturforum, das durch den Kulturentwicklungsprozess ins Leben gerufen wurde, bereits eine Plattform für ein beteiligungsorientiertes Vorgehen vorhanden. Ein Auftakt in dieser Richtung sei bereits beim Kulturforum am 20. September 2014 gemacht worden, indem sich zwei Arbeitsgruppen mit der Frage nach dem Theater- und Konzertprogramm während der Umbauzeit beschäftigten. Ein beteiligungsorientiertes Vorgehen habe sich auch beim Bau des CabrioLi als sinnvoll und hilfreich erwiesen.

„Erst auf dieser Grundlage ist zu entscheiden, welche Maßnahmen tatsächlich notwendig und sinnvoll sind, welche in abgespeckter Form vorgenommen werden sollen, welche wegfallen können und welche zusätzlich erforderlich werden. Daraus ergeben sich die Reihenfolge sowie der zeitliche Ablauf der Maßnahmen mit dem Ziel, möglichst schnell zum regulären Theaterbetrieb zurückkehren zu können. Wichtig erscheint uns in diesem Zusammenhang, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass politisch so schnell wie möglich entschieden werden kann, welche baulichen Maßnahmen tatsächlich erforderlich werden“, erklärt SPD-Chef Kayser.

„Die bislang vorgelegten Vorschläge beinhalten ausschließlich die technische Seite der Sanierung wie Brandschutz und energetische Sanierung der Fenster und Türen“, stellt Udo Strathaus, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion fest. „Künstlerische und inhaltliche Aspekte, die den Veränderungen in unserer Gesellschaft und damit verbundenen zukünftig veränderten Nutzungen des Theaters Rechnung tragen, sind bislang nicht berücksichtigt beziehungsweise nicht konkretisiert“, stellt das Mitglied der Theaterkommission fest.

„Es gibt schon jetzt viele Anzeichen dafür, dass allein durch den demographischen Wandel die Nachfrage nach sogenannter Hochkultur in Zukunft abnehmen wird“, erläutert Dr. Yasmine Freigang, die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, die Herausforderungen an eine nachhaltige Sanierung. „In der Gesellschaft von morgen wird das Theater außerdem vor dem Dilemma stehen, einerseits herausragende Veranstaltungen anzubieten, um Aufmerksamkeit zu erringen und sich zu profilieren, andererseits der schrumpfenden Bereitschaft des Publikums, nur Publikum zu sein, zu begegnen. Denn persönliche Kreativität und Selbstinszenierung werden immer bedeutsamer und damit wächst das Verlangen selbst künstlerisch tätig zu sein“, führt das Mitglied der Theaterkommission aus.

In dem Positionspapier der Lippstädter SPD wird auch auf die Berücksichtigung aller Querschnittsaufgaben in der Stadt hingewiesen und dafür beispielhaft das Thema Inklusion angeführt. Für Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen geeignete Zugänge vom Foyer in den Zuschauerraum seien in der bislang zur Rede stehenden Variante 1 des Sanierungsvorschlags nicht berücksichtigt. „Die Inklusionsfrage gilt es aber nicht nur in Bezug auf die Zuschauer, sondern auch in Bezug auf die Akteure auf der Bühne zu stellen. Was soll zukünftig möglich sein und was wollen wir uns leisten?“ resümiert der Lippstädter SPD-Chef Hans-Joachim Kayser.

Das Positionspapier der SPD-Fraktion hier herunterladen

Den Antrag der SPD-Fraktion hier herunterladen

Pressekontakt: Hans-Joachim Kayser, Tel. 02941 21162

Foto: Stadt Lippstadt

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