Aktuelle Nachrichten
Theater: Antrag auf Beteiligung – Stadtrat sagt NEIN
Foto: Stadt Lippstadt

In seiner Sitzung am Montag (28.9.) hat der Stadtrat unseren Antrag auf systematische Beteiligung der Kulturakteure an der Sanierung des Stadttheaters abgelehnt. Obwohl der Bürgermeister sogar noch einen vermittelnden Formulierungsvorschlag zur Güte versucht hat.

Die Mehrheit hat NEIN gesagt zu diesem Vorschlag:
„Zur Sicherstellung, dass bei der Sanierung des Stadttheaters nicht nur bauliche Aspekte, sondern auch inhaltliche Anforderungen (künstlerisch-kulturelle Arbeit, Folgen des demographischen Wandels etc.) an ein zukunftsfestes Theatergebäude berücksichtigt werden, wird die Verwaltung beauftragt:
1. Schriftliche Festlegung im Vertrag mit dem zu beauftragenden Planungsbüro, dass eine Zusammenarbeit mit der Theaterkommission verbindlich ist.
2. Dem Planungsbüro wird nahegelegt, das Kulturforum, die KWL, die Kulturverwaltung und andere Akteure anzuhören und zu beteiligen.
3. Der Beschlussvorschlag soll wie folgt geändert werden: „Mit der Baumaßnahme soll erst begonnen werden, wenn die Planungen aller Beteiligten abgeschlossen, Lösungsvorschläge entwickelt und daraus wiederum Handlungsempfehlungen abgeleitet werden können. Die Empfehlungen der Baukommission sind dabei zu berücksichtigen.“

Hier der Kommentar von Dr. Yasmine Freigang, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion:
Ich finde es unverständlich, weshalb man beim Bau des CabrioLi die Schwimmvereine und andere Nutzer eingebunden hat, ein gleiches Verfahren bei der Sanierung des Theaters aber ablehnt.

Schade.

Dabei gehören Form und Inhalt an vielen Stellen zusammen, drei Beispiele: Welche Rollen werden bei der Entscheidung über die zu erneuernde Licht- und Tontechnik neue Inszenierungsarten spielen? Wie wird sich die Digitalisierung unserer Welt auf Bühnenbilder auswirken? Wie kann in einer alternden Gesellschaft Menschen mit Gehbehinderungen Teilhabe an welchen Veranstaltungen ermöglicht werden? Dieser Fragen sind noch viele mehr. Antworten darauf treiben die Kosten nicht automatisch in die Höhe, sondern die meisten erfordern nur Offenheit für die Zukunft und Kreativität!

Ich bin weiterhin der Meinung: Durch die Einbindung von weiteren Kompetenzen, Fach- und Erfahrungswissen hätte man sicherstellen können, dass das Theater ein Gebäude wird, das zukünftigen Anforderungen einer geänderten Gesellschaft gewachsen ist. Ohne das es teurer wird.
Durch eine Konsensbildung über die Sanierungsmaßnahmen auf einer breiteren Basis hätte sich in der Stadt eine große Verantwortungsgemeinschaft bilden können.
Damit hätte man auch das Verständnis bei vielen anderen Menschen dafür erhöhen können, weshalb es sich lohnt, etliche Millionen Euro in unsere „gute Stube“ zu stecken. Die ja auch für Sportlerehrungen, Schultheatertage und viele andere nicht originäre Theaterveranstaltungen von vielen unterschiedlichen Gruppen unserer Stadtgesellschaft genutzt wird.

Wie geht es weiter?
Es bleibt die Frage: Der Name der Kommission „Baukommission Stadttheater“ ist Programm?
Die SPD-Fraktion wird weiter in dieser Kommission mitarbeiten und gegebenenfalls an der einen oder anderen Stelle nachfragen. Wir gehen davon aus, dass die Baukommission von der Möglichkeit Gebrauch machen wird, „bei Bedarf weitere Kulturakteure anzuhören“, wie es der Bürgermeister in der Ratssitzung formuliert hat.

Das ist jedenfalls sicher: Diese Sanierung muss wieder für viele Jahrzehnte ausreichen. Und sich auf das Notwendige beschränken. Umso wichtiger ist es, Entscheidungen über das, was notwendig ist, richtig – das heißt auch mit Blick auf die Zukunft und im Gesamtzusammenhang – zu entscheiden.

Das Positionspapier der SPD-Fraktion zur Theatersanierung vom 10.9.2015 hier herunterladen.

Foto: Stadt Lippstadt.

Kategorien: Bauen und Verkehr, Freizeit, Kultur, SPD-Fraktion Lippstadt, Stadtentwicklung | Stichwörter: , , , , , , , , .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.