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Öffnung der Stirper Straße für LKWs löst kein Problem in Erwitte

Pressemitteilung.

„Die SPD hat sich immer gegen die Öffnung der Stirper Straße ausgesprochen. Das war vor drei Jahren so und ist auch heute so. Daran hat sich nichts geändert“, verdeutlicht der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Kayser die Haltung seiner Fraktion.

Eine Umweltzone müsse in Deutschland dort eingerichtet werden, wo die Schadstoffbelastung der Luft bestimmte Grenzwerte regelmäßig überschreitet. Erwitte habe sich in der Vergangenheit mehrfach an diesen Grenzwerten bewegt, so dass sich die Notwendigkeit abzeichnete, dort Schutzmaßnahmen für die Wohnbevölkerung zu ergreifen. Dies sollte erreicht werden, indem nur noch Autos mit grüner Umweltplakette die Umweltzone befahren dürfen. Grundsätzlich sei das für die Erwitter Bürgerinnen und Bürger ein Vorteil, insbesondere für die Menschen, die entlang der alten B 1 und der B 55  wohnen. Aufgrund der geringen Zahl der betroffenen Fahrzeuge erwarte die SPD dort allerdings keine wirkliche Entlastung.

Statt eine Umweltzone einzurichten, sei wohl die IHK – oder wer auch immer – vor drei Jahren auf die zweifelhafte Idee gekommen, alle Straßen rund um Erwitte für LKW zu öffnen, um so das Verkehrsaufkommen und damit die Schadstoffbelastung zu streuen. Ob diese Strategie geeignet sei, Umweltbelastungen zu verringern, darf in Frage gestellt werden. Besonders unsinnig sei in diesem Fall gewesen, Erwitte vermeintlich zu entlasten, aber gleichzeitig die am stärksten belastete Straße in Lippstadt zusätzlich zu belasten.

„Wenn nun CDU und FDP in Lippstadt und Erwitte gemeinsam mit der IHK unisono verkünden, die Haltung der SPD würde den Untergang des Abendlandes befördern, muss die Frage gestattet sein, warum, wie kommen die darauf, wo liegt das Problem? Die Umweltzone des Ruhrgebietes beginnt zum Beispiel seit Jahren kurz hinter Unna und endet am Rhein. Dass damit besondere Probleme aufgetreten sind, ist nicht bekannt“, so Kayser weiter.

Betroffen sein könnten nur solche Fahrzeuge, die noch eine gelbe Plakette an der Windschutzscheibe haben. Die Zahl der LKWs heimischer Unternehmen mit gelber Plakette sei äußerst gering. Alle befragten größeren LKW-Betreiber im hiesigen Raum hätten erklärt, nur Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette zu haben. Sie wären von einer Umweltzone also überhaupt nicht betroffen, weil seit ungefähr 15 Jahren alle Neufahrzeuge über eine grüne Plakette verfügen. Die Zahl der hier angemeldeten Fahrzeuge mit gelber Plakette sei vergleichsweise klein und würde zwangsläufig immer kleiner, weil diese aus Altersgründen verschrottet oder exportiert würden. Und für ältere Sonderfahrzeuge, die wegen der geringen Kilometerleistungen  länger als normale LKW genutzt werden, würden die Beschränkungen bei Umweltzonen ohnehin nicht gelten, so dass jeder Kranwagen, der heute durch Erwitte fährt, das auch uneingeschränkt in einer Umweltzone tun dürfe.

Somit blieben nicht mehr viele Betroffene übrig. In Gesprächen werde immer wieder gerne von kleinen Handwerkern gesprochen, die nun ihre Kunden nicht mehr erreichen können. Frage man nach konkreten Beispielen, können keine benannt werden. Das läge auch daran, dass viele Handwerker inzwischen Leasingfahrzeuge nutzen, die nicht länger als fünf Jahre genutzt würden und somit inzwischen ausnahmslos grüne Plaketten haben.

„An der Stelle fehlt mir die Phantasie, mir vorzustellen, dass CDU und FDP sich zum Sprachrohr süd- und osteuropäischer Speditionen machen, von denen zumindest einige immer noch mit Niedriglöhnen und Uralt-LKWs zu Dumpingpreisen in Deutschland unterwegs sind. Das sind die einzigen Betroffenen, die übrig bleiben“, so der  Fraktionschef weiter.

Deshalb müsse man schauen, welche Auswirkung die Öffnung der Stirper Straße sonst noch habe. Dann komme man schnell darauf, dass das eigentliche Ziel der Aktion vielleicht ganz woanders liegen könnte.  Eine Folge der bisher ergriffenen Maßnahmen sei, dass die eigentlich dafür viel zu schmale Straße von der Autobahn über Stirpe nach Lippstadt für LKWs in einer Richtung geöffnet, aber in beide Richtung genutzt werde. Deshalb müssten neben den Anwohnern der Stirper Straße in Lippstadt auch die Bewohner des Erwitter Stadtteils Stirpe erheblich Mehrbelastungen tragen. Und letztere seien es, die seit Jahrzehnten den Bau der B 55 n blockieren. Gäbe es diese Umgehungsstraße, hätte Erwitte das gesamte Problem nicht. Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes sei es nicht völlig abwegig, sich einen Zusammenhang vorzustellen. Nähme man dieses Szenario einmal als richtig an, hieße das, die Anwohner der Stirper Straße in Lippstadt, die ohnehin schon die weitaus höchste Verkehrsbelastung in der ganzen Stadt zu tragen haben, werden zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, weil man es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene seit Jahrzehnten nicht hinbekommt, eine Umgehungsstraße in Erwitte zu bauen.

„So sehr auch wir uns die B 55 n als Umgehungstraße West in Erwitte wünschen, dies ist nach unserer Überzeugung nicht der Weg, auf dem man den Bau der Straße erzwingen kann. Im Gegenteil, damit verhärtet man die Fronten nur noch mehr. Die Öffnung der Stirper Straße in Lippstadt für LKW löst kein Problem in Erwitte, weder das vermeintliche Problem einer Umweltzone noch den Bau der dringend benötigten B 55 n. Das zu glauben, ist völlig unrealistisch. Realität sind hingegen seit drei Jahren der zusätzliche Lärm, Staub und die Luftverschmutzung in der Stirper Straße in Lippstadt. Hinzu kommt noch, dass die Straße aufgrund der hohen Zusatzbelastung vermutlich sehr bald mit städtischen Mitteln erneuert werden muss. Und dann werden unter Umständen die Anwohner der Stirper Straße sogar noch mit Anliegerbeiträgen zur Kasse gebeten.

Uns fehlt jedes Verständnis für diesen völlig untauglich Versuch zu einer Lösung zu kommen – so oder so. Schon gar nicht sind wir bereit, die Gesundheit und die Lebensqualität unserer Lippstädter Bürgerinnen und Bürger für solche politischen Spielchen zu gefährden und sie dann auch noch dafür bezahlen zu lassen!“

Kontakt: Hans-Joachim Kayser, Tel. 02941 21162

Kategorien: Arbeit, Bauen und Verkehr, Presse, SPD-Fraktion Lippstadt, Umwelt | Stichwörter: , , , , , , , .

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