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Die Gesamtschule soll vierzügig bleiben
Gesamtschule Lippstadt

In der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am Dienstag (23.1.2018) haben wir über den Antrag der Linken abgestimmt, die Gesamtschule von vier auf fünf Züge zu erhöhen, das heißt ab dem nächsten Schuljahr jeweils fünf statt vier Eingangsklassen zu bilden.

Wir haben gegen die Fünfzügigkeit gestimmt, auch wenn dadurch bislang in jedem Jahr Schülerinnen und Schüler abgelehnt werden mussten.

Selbstverständlich werden wir die Entwicklung weiter verfolgen und tätig werden, wenn zum Beispiel die geburtenstärke Jahrgänge nachwachsen sind und die Schulen dann zu klein werden.

Wir Politikerinnen und Politiker haben uns mit der Verwaltung, Schulexperten, Schulen und anderen Beteiligten viele Gedanken gemacht, wie viele Eingangsklassen in jedem Schuljahr die neue Gesamtschule haben soll. Das Ergebnis war: Am Allerbesten ist es, wenn immer vier Klassen gebildet werden, also in jedem Jahr maximal 120 Kinder aufgenommen werden. Auf dieser Grundlage wurde die neue Gesamtschule inhaltlich und baulich ausgerichtet. Und gerade ist erst der Neubau fertig geworden!

Unseres Erachtens gibt es viele gute Gründe, es zumindest vorerst bei einer vierzügigen Schule zu belassen. Diese Gründe hat die Verwaltung sehr gut aufgeschrieben und sie werden nachfolgend in Auszügen zitiert:

1) Anmeldungen von Kindern auch aus umliegenden Orten:
“… Durch die Gleichrangigkeit der auswärtigen Kinder im Anmeldeverfahren bietet eine mögliche Erweiterung der Gesamtschule somit keine Gewähr, dass zukünftig möglichst alle Lippstädter Kinder bei der Anmeldung an der Gesamtschule berücksichtigt werden.”

2) Das Raumprogramm an der Gesamtschule:
“Ausgangsbasis für den Schulneubau an der Pappelallee/Ulmenstr. war das Raumprogramm für eine 4-zügige Gesamtschule mit einer maximal dreizügigen Oberstufe. Die für eine Erweiterung der Schule auf eine 5-Zügigkeit notwendigen, zusätzlichen Räumlichkeiten können im bestehenden Neubau nicht zur Verfügung gestellt werden. Bei einer Veränderung der Zügigkeit wäre damit ein Erweiterungsbau am vorhandenen Standort zwingend erforderlich.
Das pädagogische Konzept der Schule mit der jahrgangsbezogenen Zuordnung von Klassen- bzw. Differenzierungsräumen und den dazugehörigen offenen Unterrichtsbereichen auf einer Clusterebene wäre bei einer Erweiterung der Zügigkeit durch eine bauliche Maßnahme in der bisherigen Form nicht mehr umsetzbar.“

3) Leistungsbreite:
“Angesichts von vier Gymnasien im Stadtgebiet wird bei einer Erweiterung der Gesamtschule die geforderte Leistungsheterogenität vermutlich kaum zu erreichen sein. Von daher ist zu erwarten, dass die Bezirksregierung als obere Schulaufsicht eine mögliche Genehmigung zur Erweiterung der Gesamtschule mit einer Beschränkung des bestehenden gymnasialen Angebotes in Lippstadt verknüpft.”
Das heißt, je ein Drittel der Schülerinnen und Schüler eines neuen Jahrgangs sollen eine Empfehlung für die Haupt-, Real- und Hauptschule haben. Um das zu gewährleisten, müsste ein Gymnasium verkleinert beziehungsweise auf Dauer wohl geschlossen werden.

4) Abitur in acht oder neun Jahren:
“Bereits ab dem neuen Schuljahr 2018/2019 wird das G9-Abitur an voraussichtlich allen Lippstädter Gymnasien faktisch wieder eingeführt. Da somit das von den Eltern mehrheitlich favorisierte G9-Abitur nicht nur an der Gesamtschule, sondern auch den Gymnasien wieder möglich wird, dürfte diese Entwicklung auch die zukünftigen Anmeldezahlen an der Gesamtschule beeinflussen.”

5) Schulentwicklung in benachbarten Orten:
“Die Schullandschaften der umliegenden Städte und Gemeinden befinden sich im Umbruch. Ehemalige Gemeinschafts- bzw. Sekundarschulen werden nach und nach in Gesamtschulen umgewandelt (z. B. in Lippetal, Langenberg, ggf. auch Wadersloh). Von daher dürfte zu erwarten sein, dass sich die Zahl von Anmeldungen auswärtiger Schüler/innen perspektivisch reduziert.”

6) Umstellung des Einschulungsalters ist abgeschlossen:
“In den nächsten vier bis fünf Jahren sind von den Lippstädter Grundschulen vergleichsweise „normale“ Übergangszahlen zu erwarten. Von daher bleibt unklar, ob in den nächsten Jahren deutliche Anmeldeüberhänge an der Gesamtschule zu verzeichnen sein werden. Der aktuelle Anstieg der Geburtenzahlen wird sich voraussichtlich erst ab ca. 2024 an den weiterführenden Schulen bemerkbar machen.”

Die komplette Vorlage mit allen Zahlen gibt es im Ratsinformationssystem der Stadt Lippstadt unter der Vorlagennummer  345/2017 als pdf-Datei, dies ist der Link dorthin: http://buergerinfo.stadt-lippstadt.de/vo0050.asp?__kvonr=7822&voselect=3288 (zuletzt aufgerufen am 27.1.2018).

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Eine Antwort auf Die Gesamtschule soll vierzügig bleiben

  1. Hajo sagt:

    Ein weiteres Argument war, dass wir keine „Monster“schule wollten. 4-zügig bleibt für alle überschaubar, jeder kennt jeden.

    In gößeren Systemen geht das zunehmend verloren.

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