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Warum das Museumsdepot in der Hospitalstraße

In der letzten Ratssitzung (9.7.2018) stand die Entscheidung über den Standort des Museumsdepots an. Unsere Fraktion hat für den Umbau des Gebäudes in der Hospitalstraße 46a, der „Lampenbude“, und gegen einen Neubau in einem Gewerbegebiet gestimmt. Warum?

1) Das Depot an dieser Stelle kann unserer Ansicht nach ein wichtiger Ankerpunkt in der Entwicklung des Quartiers werden. Die Gegend ist ja nicht unbedingt einfach, aber es gibt in der Nähe schon Kulturorte der freien Szene wie das Kulturhospital – im Zusammenhang mit der Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes/Rückseite Hospitalstraße eröffnen sich hier ganz neue Perspektiven für die Stadtentwicklung: der Gedächtnisspeicher unserer Stadt in der Nähe des neuen Stadthauses.
Das Depot dort könnte zum Beispiel am Tag der Archive (alle zwei Jahre im Frühjahr) öffnen und uns einen Eindruck von all den Schätzen geben, die uns unsere Geschichte erzählen. Dieser Wert lässt sich (leider? glücklicherweise?) nicht in Euros umrechnen.

2) Der Rat hat in der Sitzung im Mai 2018 beschlossen, das Gebäude in der Hospitalstraße zu erhalten. Denn es ist ein authentisches, wichtiges Stück unserer Stadtgeschichte (Ursprung der Hella und KZ-Außenlager). Eine neue Funktion für dieses Gebäude zu finden ist schwer. Wir hätten im Mai nicht gedacht so schnell eine gute Lösung zu finden. Positiver Nebeneffekt: Die schnelle Entscheidung hilft uns Geld zu sparen, denn auch ein leerstehendes Gebäude kostet Geld.

3) Der Umbau ist nicht eine halbe Million Euro teurer, wie der Patriot berichtet und auch die Vorlage der Verwaltung suggeriert. Denn zu den zwar geringeren Kosten für einen Neubau kommen noch (bislang unbekannte) Kosten für den Erwerb des Grundstückes und eventuell Erschließungskosten.

4) Die Differenz zwischen Umbau und Neubau kann sich noch weiter verringern, wenn tatsächlich die eine oder andere Stadt in der Umgebung das Depot für ihre Sammlung mit nutzt und dafür natürlich auch Miete zahlt. – Gemeinsame Depots sind im Moment ein großes Thema in der Kulturpolitik; allenthalten tun sich Kommunen zusammen, um Kosten zu sparen und in Münster wird gerade ein großes Zentraldepot gebaut. Übrigens: Wäre das nicht ein schönes Projekt für die Regiopole Paderborn, zu der wir jedes Jahr allein fast 10.000 Euro Mitgliedsbeitrag zahlen?

Fazit: Ein Depot im Gewerbegebiet wäre ein totes Depot. Das Depot in der Hospitalstraße dagegen wird gleich zweifach leben: als gebautes Dokument und als Schatzkiste unserer Geschichte. Das ist es uns wert!

Yasmine Freigang, kulturpolitische Sprecherin im Rat der Stadt Lippstadt

Kategorien: Kultur, SPD-Fraktion Lippstadt, Stadtentwicklung | Stichwörter: , , , , , , , .

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