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Wohnen im Wandel
Foto Karl-Heinz Tiemann / SPD Lippstadt

Pressemitteilung. SPD Stadtverband. Lippstadt. 07.11.2018

Im Dezember 2017 hatten sich die SPD-Ratsfraktion und der SPD Stadtverband dazu entschlossen, das Thema “Wohnen, Leben und Arbeiten in Lippstadt“ in den Mittelpunkt ihrer politischen Arbeit zu stellen. Nun fand dazu im Cartec die Fachveranstaltung „Wohnen im Wandel“ statt. Mit fachlich kompetenten Fachleuten eröffnete sich eine höchst interessante Aussprache mit städtebaulichen Perspektiven auch für Lippstadt.

Als Fachleute zum Thema waren beteiligt Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen-Agentur in Olpe, Birgit Pohlmann, Architektin und Raumplanerin aus Dortmund, und Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion aus Köln. Moderiert wurde die Veranstaltung von Josef Niehaus, Mitglied der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Lippstadt und Vorsitzender des Aufsichtsrates der GWL/Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Lippstadt.

In seiner Begrüßung ging Jens Behrens, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, auf die Aktualität des Themas ein und merkte an, dass Wohnen ein zentraler Punkt der Daseinsvorsorge sei und deshalb nicht allein dem Markt überlassen werden dürfe. Er verwies auf die Prognose, dass bis 2030 in Lippstadt 2000 Wohneinheiten neu zu bauen sind. Darüber hinaus unterstrich Jens Behrens die Notwendigkeit, Ideen zu entwickeln und zu diskutieren, wie das Wohnen gestaltet werden muss, um allen Menschen in allen Lebensphasen eine gute Möglichkeit zum Wohnen zu geben.

Dr. Stephanie Arens stellte den Begriff der Urbanität in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung. und verknüpfte Aspekte bisherigen und neuen Wohnens miteinander. Sie verwies auf neue Bedarfe am Wohnungsmarkt, wie etwa „Wohnen auf Zeit“ angesichts geforderter Mobilität im Berufsleben. Beim Wohnungsbau müsse, so Stephanie Arens, auf die baukulturelle Identität (Stichwort Wohnschiff auf dem Postgelände!!) und eine kluge Nutzungs- und Bevölkerungsmischung geachtet werden. Und besonders wichtig für eine Stadt wie Lippstadt sei es, Stadt und Land zusammenzudenken. Es reiche nicht, am äußeren Rand der Dörfer neue Wohnsiedlungen zu bauen und den alten Dorfkern zu vernachlässigen. So entstehe der so genannte Donut-Effekt = neue moderne Randbebauung einerseits und eine möglicherweise vernachlässigte Dorfmitte.

Birgit Pohlmann, erfahren in der Entwicklung und Moderation von gemeinschaftlichen Wohnprojekten, berichtete, wie gemeinsam und generationsübergreifend wohnen gelingen kann. Ein Weg zum „Wohnen für alle“ sei die Bildung von Baugemeinschaften und Baugenossenschaften. Es handele sich zwar um ein junges Thema, der Wunsch vieler junger und älterer Menschen nach verlässlicher Nachbarschaft wachse aber. Deshalb solle auch bei der Entwicklung von Neubaugebieten und deren Infrastruktur, so Birgit Pohlmann, die Nachbarschaftsbildung mitbedacht werden.

Jochen Ott blickte zunächst selbstkritisch auf die Jahre 2002/04 zurück, als auch in der Politik die Meinung vorherrschte „Deutschland ist gebaut!“. Nun sei es eben auch an der Politik, den Wohnungsbau voranzubringen, wobei ausreichende Mittel für den öffentlich geförderten Wohnungsbau die eine Seite der Medaille seien. Ebenso komme es darauf an, das Image der öffentlich geförderten Wohnungen zu verbessern. In Großstädten wie Köln habe sich vielfach die Meinung durchgesetzt, hier wohnten, umgangssprachlich ausgedrückt, vorwiegend Asoziale. Für Joch Ott kommt es bei der Entwicklung von Neubaugebieten ebenfalls auf die bereits angesprochene kluge Nutzungs- und Bevölkerungsmischung an. Mit Blick auf ländliche Kommunen beziehungsweise dörfliche Stadtteile tritt er der Forderung bei, ein speziell auf die genannten Donut-Gebiete ausgerichtetes Förderprogramm aufzulegen. Die Zahl der älteren Menschen, die ihre große Wohnung gegen eine kleinere tauschen möchten, ist alles andere als gering. Dies müsse aber, so Marlies Stotz/MdL, durch ein kommunales Vermittlungsmanagement aufgegriffen und unterstützt werden. Aus dem Kreis der Teilnehmenden kam die Frage „Wie definiert man bezahlbar?“. Jochen Ott dazu: Wenn heute davon gesprochen werde, dass bis zu 50 % des monatlichen Einkommens auf die Miete entfalle, sei das mehr zu viel. Er zieht die Obergrenze bei einem Drittel des Monatsverdienstes.

Albrecht Gubalke, Architekt und Mitglied im SPD-Kompetenzteam „Wohnen, Leben und Arbeiten in Lippstadt“, stellte im Rahmen der Veranstaltung das Studienprojekt „Studentische Wohnformen“ vor. Es geht zurück auf eine Initiative der SPD und wird im Sommersemester 2019 an der Hochschule Lippstadt stattfinden. Bei stetig steigenden Studierendenzahlen stellt sich auch am Hochschulstandort Lippstadt die Frage, inwieweit genügend und kostengünstiger studentischer Wohnraum besteht und das bestehende Wohnraumangebot den Wohnbedürfnissen der Studierenden entspricht. Oder sehen wir die Zukunft des studentischen Wohnens eher in integrierten Wohn- und Lernparks, die ein breiteres Angebot an interdisziplinärem Austausch, Weiterbildung und Freizeitgestaltung zulassen?

Pressekontakt: Jens Behrens , 015154655465

Foto: SPD Lippstadt / Karl-Heinz Tiemann

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