![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
1896 Die Anfänge der SPD in Lippstadt sind unbekannt. Denn bis 1890 gilt das so genannte Sozialistengesetz, das Aktivitäten der Sozialdemokratischen Partei fast vollständig verbietet. Sozialdemokratisch gesinnte Arbeiter organisieren sich stattdessen in Arbeiter-, Gesangs-, oder Radfahrervereinen. Der Patriot berichtet am 11. Januar über eine sozialdemokratische Versammlung. Dies ist der früheste Beleg für parteipolitische Aktivität der SPD in Lippstadt. 1904 Am 13. November findet eine Mitgliederversammlung unter polizeilicher Überwachung statt. 1906 Am 15. Juli findet eine sozialdemokratische Veranstaltung im Saal Hesse statt. Die Teilnehmer kommen mit dem Fahrrad aus allen größeren Städten des Rheinlandes und Westfalen, um "eine größere Geselligkeit zu begehen", wie der Polizeibericht dazu vermerkt. 1919 Am 2. März finden in Lippstadt die ersten freien, gleichen und direkten Kommunalwahlen statt. Die SPD gewinnt 16,6 Prozent der Stimmen und stellt damit fünf Vertreter in der Stadtverordnetenversammlung. 1921 In Lippstadt gründet sich offiziell eine Ortsgruppe der SPD. 1933 Die Ortsgruppe Lippstadt löst sich laut Protokollbuch am 1. März auf, nimmt aber noch an den Kommunalwahlen am 12. März teil. Am 22. Juni wird die SPD offiziell verboten. In Lippstadt vernichtet die Partei fast alle Akten, um den Nazis Nachforschungen zu erschweren. Am 10. November werden bei allen der Polizei bekannten Sozialdemokraten in Lippstadt Hausdurchsuchungen durchgeführt; es wird aber kein belastendes Material gefunden, wie der Polizeibericht feststellt. 1945 Sofort nach Kriegsende nehmen die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Lippstadt ihre politische Arbeit wieder auf. 1946 Am 15. September finden die ersten freien Kommunalwahlen nach dem Krieg statt. Die SPD wird mit 31,8 Prozent zweitstärkste Partei nach der CDU, erhält aber aufgrund des spezifischen Mehrheitswahlsystems nur drei Mandate im Stadtparlament. 1948 Nach der Kommunalwahl, die erstmals unter dem Verhältniswahlrecht stattfindet, wird Jakob Koenen in der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am 9. November zum Bürgermeister gewählt. Er stützt sich auf ein Bündnis von Sozial- und Freidemokraten und bekleidet das Bürgermeisteramt bis zu seinem Tod 1974. Jakob Koenen: eine Kurzbiographie Der Mensch
Die kommunale Neuordnung von Nordrhein-Westfalen erfordert die Umorganisation auch der Partei: Am 30. März gründen der Ortsverein Lippstadt und die zehn Ortsvereine der zukünftigen Ortsteile den SPD-Stadtverband Lippstadt. Sein erster Vorsitzender wird Karl-Heinz Brülle. Die Lippstädter SPD gehört jetzt zum neu entstandenen Unterbezirk Soest. Horst Marin rückt für einige Wochen über die Reserveliste als Landtagsabgeordneter in den Landtag von Nordrhein-Westfalen nach. 1985 Bei den Landtagswahlen 1985 und 1990 wählen die Bürgerinnen und Bürger Karl-Heinz Brülle als ihren direkten Wahlkreisvertreter in das nordrhein-westfälische Landesparlament. 1989 Bei den Kommunalwahlen wird die absolute Mehrheit der CDU gebrochen, sie erlangt nur noch 23 Mandate - dagegen erringen die SPD 21, die Grünen vier und die FDP drei Mandate für den Stadtrat. 1990 Nach dem Fall der Mauer unterstützt der SPD-Stadtverband Lippstadt die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Landkreis Oschatz zwischen Leipzig und Dresden beim Aufbau parteipolitischer Strukturen. Neben organisatorischer und inhaltlicher Hilfe brauchen die Genossinnen und Genossen auch so profane Dinge wie Papier und eine Schreibmaschine. 1994 Bei den Kommunalwahlen erhält die Lippstädter SPD 38 Prozent der Stimmen und hat im neuen Stadtrat 20 Sitze. Mit Klaus Helfmeier aus Cappel stellt nach 20 Jahren erstmals wieder die SPD den Bürgermeister der Stadt. Er wird am 8. November gewählt, unterstützt von der Bürgergemeinschaft und Bündnis 90/Die Grünen; dieses Bündnis hält bis 1997. Gleichzeitig übernimmt Marlies Stotz das Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin bis 2002. 1994 Bei der Bundestagswahl verpasst Eike Hovermann den Einzug in den Bundestag knapp, rückt aber im Januar 1995 nach.1998 Eike Hovermann erringt erstmals in der Geschichte der SPD im Kreis Soest das Direktmandat für den Bundestag. Bis 2009 ist er Mitglied des Bundestages; zur Wahl am 27. September 2009 tritt er nicht wieder an. 1999 Bei den Kommunalwahlen am 12. September 1999 erhält die Lippstädter SPD 34,4 Prozent der Stimmen und hat im neuen Stadtrat 17 Sitze. 2000 Bei der Landtagswahl erringt Marlies Stotz bei ihrer ersten Kandidatur das Direktmandat und zieht in das Landesparlament von Nordrhein-Westfalen ein. Auch nach der Landtagswahl 2005 bleibt sie Mitglied des Landtages. 2004 Bei den Kommunalwahlen am 26. September 2004 erhält die Lippstädter SPD 30,9 Prozent der Stimmen und hat im neuen Stadtrat noch 16 Sitze. 2005 Nach dem Rücktritt von Wolfgang Schwade wählen am 18. September gut 70 Prozent der Lippstädter Bürgerinnen und Bürger einen neuen Bürgermeister. Hans-Joachim Kayser erhält 48,04 Prozent der Stimmen und damit - absolut gezählt - 1.480 Stimmen weniger als Christof Sommer von der CDU, der neuer Bürgermeister von Lippstadt wird. 2008 Am 7. Juli 2008 besucht Kurt Beck während seiner Sommerreise Lippstadt. Er ist nach Kurt Schumacher, Willy Brandt und Hans-Joachim Vogel der vierte Vorsitzende der Bundes-SPD, der in die Stadt an der Lippe kommt. 2009 Bei den Kommunalwahlen am 30. August 2009 erhält die Lippstädter SPD nur noch 28,5 Prozent der Stimmen und hat im neuen Stadtrat noch 14 Sitze. 2010 Bei der Landtagswahl am 9. Mai geben 10.736 Lippstädterinnen und Lippstädter ihre Erststimme Marlies Stotz; das sind 40 Prozent aller Erststimmen und 276 Stimmen oder 4,1 Prozent mehr als fünf Jahr zuvor. Mit ihrer Zweitstimme wählen 9.140 Menschen die SPD, das sind 34 Prozent aller Stimmen. Marlies Stotz zieht über die Landesliste wieder in den Landtag von NRW ein. Quellen: Karl-Heinz Brülle, Udo Strathaus und Hans Zaremba: 80 Jahre Soziale Demokratie in Lippstadt. SPD-Ortsverein Lippstadt-Kernstadt [2001]; SPD-Stadtverband Lippstadt; Stadt Lippstadt. |