Zum 100. Geburtstag von Jakob Koenen

Begrüßung von Marlies Stotz, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, anlässlich des Empfangs der Stadt Lippstadt und der Lippstädter SPD am 5. Juni 2007 im Brauhaus Thombansen

Anrede

Wir sind heute zusammengekommen, um an das großartige Wirken unseres unvergessenen Bürgermeisters Jakob Koenen, der heute vor 100 Jahren in Lippstadt das Licht der Welt erblickte, zu erinnern und dieses zu würdigen.

Ich freue mich, dass Sie alle mit Ihrem Kommen deutlich machen: Jakob Koenen ist auch 33 Jahre nach seinem allzu frühen Tod, der ihn mitten aus seinem kommunalpolitischen Handeln riss, weiterhin im Gedächtnis und sicher auch im Herzen vieler Lippstädter Bürger und auch zahlreicher Sozialdemokraten fest verankert.

Ich darf Sie im Namen der SPD Lippstadt zum heutigen Empfang, den wir zu Ehren von Jakob Koenen gemeinsam mit seiner Familie durchführen, herzlich willkommen heißen.

Mein besonderer Gruß gilt an dieser Stelle den Familien von Edgar Thombansen, Neffe von Jakob Koenen, sowie seiner Schwester Frau Dagmar Pottreck, als Nichte. Damit verbinde ich meinen herzlichen Dank für die Möglichkeit, diese Feierstunde hier im Hause ausrichten zu dürfen. Sie alle wissen, dass Jakob Koenen vor seinem politischen Leben in diesen Räumen seinen Polstereibetrieb unterhielt. Umso schöner ist es, dass wir hier und heute an einer der vielen Wirkungsstätten des unvergessenen Jakob Konen seiner gedenken können.

Ich freue mich, den amtierenden Nachfolger von Jakob Koenen, Bürgermeister Christof Sommer begrüßen zu können.

Meine besondere Freude darüber, dass er heute bei uns ist, gilt Friedrich-Wilhelm Herhaus, unserem ehemaligen Stadtdirektor und langjährigen engen Weggefährten von Jakob Koenen. Friedrich Wilhelm Herhaus zählt zu den Menschen, die Jakob Koenen über viele Jahre hinweg bei seinem kommunalpolitischen Einsatz wie kein zweiter eng begleitet und unterstützt hat, so dass Herr Herhaus für uns die erste Wahl ist, wenn es darum geht, das beispiellose Engagement des Kommunal- und Bundespolitikers Jakob Koenen in Erinnerung zu rufen und dieses zu würdigen.

Ich freue mich sehr, Herr Herhaus, dass Sie unsere Bitte dazu sofort angenommen haben.
Darüber hinaus freue ich mich über eine Vielzahl von politischen Zeitgenossen Jakob Koenens, die parteiübergreifend heute den Weg zu uns gefunden haben und damit ihren Dank und ihren Respekt vor der Lebensleistung dieses außergewöhnlichen Politikers zum Ausdruck bringen.

Der Name Jakob Koenen ist eng mit dem Wiederaufbau unserer Stadt nach dem verheerenden 2. Weltkrieg verbunden. Wie kein anderer ist Jakob Koenen nach seiner Wahl zum ersten Bürgermeister unserer Stadt nach der Nazidiktatur beherzt ans Werk gegangen. Er hat den Lippstädtern Mut gemacht und Zuversicht verbreitet, was sicher dazu geführt hat, dass Jakob Koenen in der Folge bei elf Wahlen immer wieder zum ersten Bürger unserer Stadt gewählt wurde. Er genoss das uneingeschränkte Vertrauen seiner Bürgerinnen und Bürger. Er war stets nah bei den Menschen. Bei all seinem Tun stand stets die Sache im Vordergrund, nie seine Person. Gleichwohl war Jakob Koenen eine imponierende Persönlichkeit, die sich für Lippstadt in höchstem Maße verdient gemacht hat.

Auf den Punkt gebracht: Jakob Koenen war ein Glücksfall für Lippstadt und natürlich auch für die Lippstädter Sozialdemokratie.

Das Geheimnis seines Erfolges lag sicher auch in seinem ausgleichenden Wesen begründet. Sie, sehr geehrter Herr Herhaus, haben in Ihrer Rede anlässlich des 25-jährigen Bürgermeisterjubiläums über Jakob Koenen festgestellt, dass die ausgleichende Kraft seiner Worte und seines Handels ein gutes Vorbild für die parlamentarische Arbeit gewesen sei. Jakob Koenen habe sich dadurch ausgezeichnet, dass nicht das Festhalten an seiner eigenen Meinung um jeden Preis im Vordergrund stand, sondern das ehrliche Ringen und Bemühen um die beste Lösung. Darüber hören wir sicher gleich noch mehr!

Vieles in unserer Stadt zeugt noch heute von seinem außergewöhnlichen Engagement. So hatte sich Jakob Koenen auf die Fahnen geschrieben, sich für die Flüchtlinge und Vertriebenen einzusetzen, ihnen in Lippstadt eine neue Heimat zu geben. Deshalb hat er sich für den Bau von Wohnungen nach dem Krieg maßgeblich stark gemacht und bis heute steht die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft – kurz GWL – dafür, dass günstiger Wohnraum zur Verfügung steht. Hoffen wir, dass dies auch in Zukunft gewährleistet sein wird.

Das Jakob-Koenen-Bad steht ebenfalls für sein unermüdliches Bemühen, seine Heimatstadt weiter zu entwickeln und für die Bürgerinnen und Bürger zu einem attraktiven Lebensmittelpunkt auszubauen.

Ebenso stünde das Stadttheater sicher nicht in unserer Stadt, hätte sich Jakob Koenen nicht dafür eingesetzt. Auch dies ist ein Beispiel seines erfolgreichen Wirkens.

Sein politisches Talent und sein Können führte Jakob Koenen schnell in weitere politische Ämter und Funktionen. So gehörte Jakob Koenen über vier Legislaturperioden hinweg von 1953 dem deutschen Bundestag an.  Auch dies hat sich sicher positiv auf sein Bürgermeisteramt ausgewirkt - er war sozusagen ein früher Netzwerker!

Aber damit noch nicht genug, engagierte sich Jakob Koenen über die Maßen für den Sport und insbesondere für den Fußballsport. Von 1951 an war er bis zu seinem Tode 1. Vorsitzender des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. Und natürlich übernahm er auch in seiner Heimatstadt Verantwortung, indem er lange Jahre als Vorsitzender des Lippstädter Sportvereins Teutonia die Geschicke dieses Vereins leitete.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen!Lassen Sie uns heute die Gelegenheit nutzen, uns dankbar an das Wirken von Jakob Koenen zu erinnern. Lassen Sie uns miteinander ins Gespräch kommen über das, was wichtig war und weiterhin für eine positive Entwicklung unserer Heimatstadt sein wird – denn diesem Ziel fühlen wir uns sicher alle über Parteigrenzen hinweg verbunden.
Das wäre ganz sicher im Sinne von Jakob Koenen gewesen.

Glückauf!



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